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Dauer: 2'30  
 
Uraufführung: 20.01.2013
Ort: Wien - Musikverein, Brahmssaal
Interpret(en): Wiener Concert-Verein | Philippe Entremont
Erstaufführungen:
28.01.2014
Pemproke (USA) - Givens Performing Arts Center

Wiener Concert-Verein | Philippe Entremont
 
Besetzung:  0 . 2 . 0 . 0 - 2 . 0 . 0 . 0 - Vl. I, Vl. II, Va., Vc., Kb.

Mit großer Freude hab ich die Einladung des Wiener Concert-Vereins angenommen, eine Kleinigkeit mit Bezug zu Franz Schuberts Lied "Die Forelle" zum Programm des Festkonzertes beizusteuern. Der Wiener Concert-Verein füllt seit 25 Jahren durch seine konsequente Einbeziehung von Werken lebender Komponisten ungeachtet ihrer ästhetischen Ausrichtung eine wichtige und unverzichtbare Lücke im Konzertbetrieb. Die das Werk prägende Ausfüllung der Lücke zwischen Terz und Quint in der Klavierfigur von Schuberts "Forelle" scheint mir daher das passende "Detail am Rande", das mich zu dieser Miniatur inspiriert hat.

Dauer: 50'  
 
Uraufführung: 22.04.2012
Ort: Wels - Stadttheater
Interpret(en): Chris Pichler, Erzählerin | Städtisches Symphonieorchester Wels | Walter Rescheneder
Libretto: Helmut Schmidinger
Besetzung:  2 (1. auch Picc.) . 2 . 2 . 2 - 2 . 2 . 0 . 0 - Pk., Perk. (2 Spieler) - Vl. I , Vl. II , Va. , Vc. , Kb.

Puh, das war wieder ein schönes Stück Spitzarbeit!
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was mir meine Gäste, die Bleistifte, so alles erzählen, wenn sie bei mir in „Behandlung“ sind. Manchmal wird ihnen richtig schwindlig dabei …

Ein Bleistiftspitzer, von seinen Freunden auch „der scharfe Max“ genannt, weil er versehentlich einmal eine Pfefferoni anstelle eines Bleistiftes gespitzt hat, erzählt von den abenteuerlichen Stationen seiner Reise, die ihn letztendlich auf den Schreibtisch eines Komponisten führen.
An vier besonderen Momenten der Geschichte werden Kinder eingeladen, im Vorfeld am Text mitzuschreiben: ein Kochrezept, die Beschreibung eines Traumkinderzimmers, ein Liebesbrief und ein Tagebucheintrag sind Textformate, die in Zusammenarbeit mit einer Volksschullehrerin ausgewählt wurden und für die Alterszielgruppe 6 bis 10 Jahre bestens geeignet sind.
Dafür ist eine Kooperation des Veranstalters bzw. des Orchesters mit einer Volksschule zu empfehlen. Die Texte können bei der Aufführung von den Kindern selbst oder von der Erzählerin / dem Erzähler vorgetragen werden.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, Kindertexte vergangener Aufführungen zu verwenden, die auf der Website www.bleistiftspitzer.at dokumentiert sind.

Scharfe Schmidinger-Uraufführung im Stadttheater Wels:[…] Helmut Schmidinger hat einen kurzweiligen Soundtrack mit Märchenmusiken, einem „Tanz der Bleistifte in der Federschachtel“ und ein schmissiges Finale geschaffen. Er steht mit seinen Klangfüßen zwischen Neoklassizismus und Swing und beim einprägsamen „Lied vom Bleistiftspitzer“ darf das Uraufführungspublikum fest mitsingen.
Kronen Zeitung

Chris Pichler lieh Max ihre Stimme wie sprudelnde Lebendigkeit, um seine Reise zu schildern: Von der Schürzentasche des Kochs führte sie in eine übervolle Damenhandtasche, auf den Schreibtisch einer Schülerin – und schließlich zu einem besagten Welser Komponisten, dem Max die Noten für sein jüngstes Werk eingeflüstert habe: eingängige, ansprechende Melodien, die Krimi-Spannung ebenso verströmen wie traumwandlerische Ruhe […] Eine liebenswerte, kindgerechte Aufführung, die vom zahlreichen Jeunesse-Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.
Oberösterreichische Nachrichten

Konzertvergnügen: Ein Bleistiftspitzer packt mit großem Erfolg aus und das Publikum lauscht […] Schauspielerin Chris Pichler schlüpfet an diesem Tag in die Rolle des Titelhelden, des scharfen Bleistiftspitzers Max, führt mit Witz und Charme durch dessen aufregendes Leben und sang immer wieder mit dem großen und kleinen Publikum „Das Lied vom Bleistiftspitzer“.
TIPS

 

 
Dauer: 23'  
 
Uraufführung: 30.01.2012
Ort: Reutlingen (D) - Franz Liszt Halle
Interpret(en): Württembergische Philharmonien Reutlingen | Ola Rudner
Erstaufführungen:
01.02.2012
Wels (A) - Stadttheater

Württembergische Philharmonie Reutlingen | Ola Rudner
 
Auftraggeber: Württembergische Philharmonie Reutlingen
Satzbezeichnungen:
I
Zwischen dem Alten
 
II
Zwischen den Sternen, wie weit; und doch, um wievieles noch weiter
 
III
Zwischen Himmel und Erd, hoch in der Lüfte Meer
 
IV
Zwischen Schlaf und Träumen
 
V
Zwischen Felsen ein Block auf ein Loch gerollt
 
Besetzung:  2 . 2 (2. auch Eh.) . 2 . 2 – 4 . 3 . 3 . 1 – Pk., Perk. (2 kl. Tr., gr. Tr., 2 Tri., 3 Tomt., 3 Wbl., Bck, Hgbck, Glsp.: 2 Spieler) – Vl. I, Vl. II., Va., Vc., Kb.

Der Titel „between thin slices“ (zwischen dünnen Scheiben) klingt kulinarisch, und tatsächlich zitiert Schmidinger in seiner Komposition das erste veröffentlichte Sandwichrezept der britischen Erzieherin Charlotte Mason: „Put some very thin slices of beef between thin slices of bread and butter“.

Andererseits geht es aber auch um die heftig umstrittene „Sandwichposition“ zeitgenössischer Musik in klassischen Konzerten – verborgen zwischen bewährten „schön“ klingenden Werken aus Klassik oder Romantik. Diese oft beklagte „Degradierung“ der neuen Musik als Pflichtbeigabe sieht Schmidinger positiver: „Das Wesentliche beim Sandwich ist doch gerade das Dazwischen, die Einlage!“
Er verwendet Gedichtanfänge verschiedener Dichter als Ausgangspunkt für Zwischenspiele, die unterschiedliche Aspekte des „dazwischen“ thematisieren. Den fünf Sätzen liegen folgende Gedichtanfänge zugrunde: I „Zwischen dem Alten“ (Goethe), II „Zwischen Himmel und Erd, hoch in der Lüfte Meer“ (Schiller), III „Zwischen den Sternen, wie weit; und doch, um wievieles noch weiter“ (Rilke), IV „Zwischen Schlaf und Träumen“, (Bachmann) und schließlich V „Zwischen Felsen ein Block auf ein Loch gerollt“ (Ringelnatz). Schmidinger wählte die Incipits nach ihren Zugängen, Umgängen und Bedeutungen des Wortes „zwischen“.

Musikalisch beginnt jeder Satz mit einem kurzen Instrumentalsolo als Incipit, das in Rhythmus und Melodie einer imaginären Vertonung des Gedichtanfangs entspricht. (1. Satz Schlagwerk, 2. Satz Oboe, 3. Satz Triangel, 4. Satz Violoncello, 5. Satz: Horn) (Musikverlag Doblinger)

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Philharmoniker begeistern mit Schmidinger: Klangeffekte, Spannungsmomente, virtuose Spieltechniken und sangliche Passagen in ein logisches kompositorisches Konzept eingebunden und in 15 Minuten Sielzeit verpackt: Helmut Schmidinger komponiert eindeutig für und nicht gegen das Publikum.[…] Nach polterndem Beginn bleibt ein Streicher-Tremolo stehen und sorgt für Spannung. Durch opponierende Instrumentengruppen wird eine nervöse Stimmung erzeugt. Der zweite Satz, dem ein Oboen-Vorspiel vorausgeht, bringt Kontrast. Aus der weichen tragenden Melodie entwickelt sich eine traumhafte Atomsphäre, die an die Naturbilder Wagners gemahnt, aber nicht ausufert. Der dritte Satz ist der selten und hier hörbar zu Unrecht gescholtenen Triangel gewidmet. Schmidinger gelingt es durch kompositorische Stringenz, die ihm unter anderem das Prinzip der „Incipits“ garantiert, niemals willkürlich oder aufdringlich zu wirken. Seine formalen und inhaltlichen Bezüge zur Musikgeschichte sind klug und bewusst gesetzt, geschickt mit seiner eigenen Tonsprache verquickt und in ein fantasievolles Konzept verwoben. Mit Schmidingers Opus 100 bot die Philharmonie einen absoluten Höhepunkt.

Schwäbisches Tagblatt

Schmidingers Auftragswerk verzichtet, etwa in der Instrumentenbehandlung, auf unkonventionelle Spielweisen und kommt im Orchestersatz bekennend traditionsverwurzelt daher. Viel Schlagwerk, Glissandi und keine Retroromantik – höchstens darin gibt sich Schmidinger als Zeitgenosse zu erkennen. Dass er im Titel ein altes Sandwichrezept zitiert und somit auf die umstrittene „Sandwichposition“ neuer Musik in klassischen Konzertprogrammen anspielt, ist nicht wirklich das Hauptthema des Werks. Eher der Umstand, dass er dieses „Dazwischen“ als das Wesentliche, das Besondere aufwertet. In fünf „Zwischenspielen“ bezieht er sich auf Zeilen von Goethe, Rilke, Schiller, Bachmann und Ringelnatz: Gedichtanfänge, die allesamt von „Zwischenreichen“ handeln, von Sphären zwischen Alt und Neu, Nah und Fern, Erde und Himmel, Schlaf und Traum. Ein reizvolles Thema, und Ola Rudner fächert bei der Uraufführung denn auch ein sehr kontrastreiches Szenario auf – aus zarten Orchesterfarben und eruptiven Schlagwerk-Passagen, aus schwebenden Solomelodien und schwerem Trommeldonner. Violine, Oboe, Flöte, Englischhorn, Fagott, Horn, Klarinette: Die Solisten der Philharmonie glänzen dabei mit berührenden Einzel-„Gesängen“. Von denen sei stellvertretend das Cello-Solo im vierten Intermezzo erwähnt – eine schwerelose, über Walzerrhythmen in höchste Höhen steigende Kantilene, die das Thema „Dazwischen“ ganz direkt in Glissandi übersetzt, in jenes stufenlose Gleiten von einer Tonhöhe zur anderen: Wobei neben Herkunft und Ziel auch das Gleiten an sich die Qualität darstellt – passend zu Ingeborg Bachmanns Zeile „Zwischen Schlaf und Träumen“.
Das jubilierende Violinsolo im ersten, das zarte Verklingen im zweiten, die „zwischen Himmel und Erde“ glitzernden Triangelklänge im dritten Intermezzo – das Orchester sendet unter Rudner, fernab jeder platten Tonmalerei, sehr vielschichtig schillernde, vibrierende Klangeindrücke aus diesen „Zwischenreichen“ ins höhere Bewusstsein. Kompliment: Faszinierend, farbenreich. Sehr  schön gemacht.

Reutlinger Nachrichten

 
Dauer: 18'  
 
Uraufführung: 18.09.2009
Ort: Marseille
Interpret(en): Wiener Concert-Verein | Errol Girdlestone
Erstaufführungen:
04.10.2009
Wien - Musikverein, Brahmssaal

Wiener Concert-Verein | Errol Girdlestone
 
Auftraggeber: Wiener Concert-Verein
Satzbezeichnungen:
I
„Wohl Edl gebohrne Sonders Hochschäzbarste-allerbeste“
 
II
„da siz ich in meiner Einöde“
 
III
„mein Forte piano, das ich sonst liebte, war ungehorsam“
 
IV
„wollen Sie gefrornes mit Vanillie oder mit Ananas?“
 
V
„Unterdessen küsse ich nochmal die hände“
 
Besetzung:  Vl. I (4), Vl. II (4), Va. (2), Vc. (2), Kb. (1)

Als Inspirationsquelle dieses musikalisch haydnzitatfreien Werkes, für das aus Anlass des Haydnjahres 2009 ein Bezug zu Joseph Haydn erbeten war, dient der wohl berühmteste aller Briefe dieses Komponisten vom 9. Februar 1790 aus Esterháza an seine Seelenfreundin Maria Anna von Genzinger – und weil Haydn als „Vater“ der klassischen Sinfonie gilt, erschien mir eine Sinfonie zu schreiben eine passende Form der Referenz.

Den einzelnen musikalischen Sätzen liegen „Wort“-Sätze des Briefes zugrunde, die in Anlehnung an die klassischen Satztypen der Sinfonie ausgewählt wurden: Eine Grußformel als Exposition im wahrsten Sinn des Wortes, eine dreiteilige Liedform, deren Rückkehr zum Beginn die Ausweglosigkeit der „Einöde“ nachzeichnet, ein „quasi Scherzo“ über ein ungehorsames Klavier und – nach einer instrumentalen Vision einer besseren Zeit, denn im 4. Satz schimmert sachte aber unüberhörbar die erfolgreiche englische Zukunft Haydns durch – eine Verabschiedung.

Die musikalische Umsetzung gewinnt ihren Impetus aus Elementen der Bewegung: Eine großzügigen Handbewegung als ehrerbietige Begrüßungsgeste im 1. Satz bzw. ein Handkuss als Verabschiedungsgeste im 5. Satz, eine klaviertypische Begleitfigur im 3. Satz und eine vom Sprechrhythmus des Satztitels inspirierte Phrase im 4. Satz.

Das Werk endet wie der Brief con sordino – gleichsam „mit gedämpfter“ Hoffnung.

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Dauer: 15'  
 
Uraufführung: 28.01.2008
Ort: Graz - Stefaniensaal
Interpret(en): recreation - Großes Orchester Graz | Andrés Orozco-Estrada
Auftraggeber: recreation - Großes Orchester Graz
Besetzung:  2 . 2 . 2 . 2 – 2 . 2 . 0. 0 – Pk. – Vl. I, Vl. II., Va., Vc., Kb.

Als einzige inhaltliche Vorgabe des Auftraggebers war ein Bezug zu Ludwig van Beethoven verlangt, denn das „Rahmenprogramm“ mit Beethovens Violinkonzert und seiner 5. Sinfonie und die damit unausweichlich verbundene „Sandwichposition“ meines Werkes standen von Anfang an fest.
Ich werde nie eine Symphonie komponieren! Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört schreibt Johannes Brahms mit Bezug auf den Riesen Beethoven Anfang der 1870er Jahre an Hermann Levi.
Wie ergeht es einem Komponisten heute, der den übermächtigen Riesen „Tradition“ im Konzertbetrieb ständig hinter sich her marschieren hört? Mit diesem Umstand nur zu hadern scheint mir zu wenig, ihn bewusst in ein Werk einzubeziehen eine mögliche Lösung.
Ich habe daher Beethovens Violinkonzert als personifizierten Riesen der Tradition gewählt und mein Werk als unmittelbaren, sehr subjektiven Nachklang dazu komponiert.
   
Auf kompositionstechnischer Ebene verwende ich fast ausschließlich rhythmisches und melodisches „Originalmaterial“ aus dem Violinkonzert, ohne jedoch ins hörbar zitathafte abzugleiten und verarbeite dieses u.a. mit „Nachklangtechniken“ wie Kanon und Echo.

Auf dramaturgischer Ebene ist das Werk eine Abfolge kleiner „Solokonzerte“ (Klarinette, Pauke, Violine und Trompete) mit Orchesterzwischenspielen, denn der Begriff „Riese“ lässt sich wohl am besten aus der Perspektive der scheinbaren Unterlegenheit eines Einzelnen im Verhältnis zu einem scheinbar übermächtigen „Etwas“ heraus nachempfinden.

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[Schmidinger ist] ein knatternd-knisterndes und zugleich sanftes Revolutionsstück gelungen. Rhythmisch kapriziös scheint seine Klanglandschaft milde, aber unnach-giebig den Aufstand gegen den Titanen zu proben, und doch weht es immer wieder hochbrisante Sehnsuchtsmelodien ins Geschehen. Ein spannendes Stück, das von „Recreation“ ausdruckswilligst umgesetzt wurde.

Kronen Zeitung

 
Dauer: 15'  
 
Uraufführung: 25.06.2005
Ort: Kremsmünster - Stift, Kaisersaal
Interpret(en): Budapester Streichersolisten | Stefan Vladar
Auftraggeber: Oberösterreichische Stiftskonzerte
Besetzung:  Vl. I (4), Vl.II (4), Va. (2), Vc. (2), Kb. (1)

Dieses Originalzitat aus einem Brief von Wolfgang Amadeus Mozart vom 26. 11. 1777 und eines von vielen verschiedenen Typen Mozartscher Sprachspiele, die er in seinen Briefen perfektioniert. Dieses unterhaltsame Spiel mit der Wortreihenfolge erhält auf der rhythmischen und melodischen Ebene in dieser vom Serenadentypus inspirierten Komposition eine Entsprechung. Die immer wieder neu gewonnene kompositorische Ordnung der "Worte" gibt dadurch scheinbar Vertrautem einen anderen, einen neuen musikalischen Sinn.

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Mozart im Hitzegalopp - Erfolg für Helmut Schmidinger

5. und 6. Stiftskonzert mit Mozart und viel beklatschter Uraufführung des Welser Landeskulturpreisträgers
[...] Gleichsam als Ruhepol wirkte eine Uraufführung des Landeskulturpreisträgers Helmut Schmidinger, der für den Titel seines 'Notturno' mit dem sprachspielerischen Zitat 'ich gute eine wünsche nacht' bei Mozart Anleihe machte. So unterhaltsam sind seine 'Tonspiele' nicht, sondern ernste Musik mit einem kompakt gebauten tonalen Satz, mit flirrenden Pizzicato-, Sordino- oder col-legno-Effekten und vorwärts treibender Motorik, wobei Schmidinger immer wieder die Stimmung eines echten Nachtsstückes einfängt. Schön ausschwingende Melodien verdichten sich da zu einem faszinierend ansprechenden Klangbild. Den großen Erfolg hat sich das neue Werk verdient.

Neues Volksblatt

 

Gut gewünschte Nacht

Die Stiftskonzerte erteilen seit Jahren dem jeweiligen Musik-Landeskulturpreisträger einen Kompositionsauftrag und sorgen für die Uraufführung. Heuer lieferte Helmut Schmidinger ein Notturno für Streichorchester mit dem Titel 'ich gute eine wünsche nacht' - so einem Mozart-Brief entnommen und am Wochenende in Kremsmünster von den 'Budapester Streichersolisten' unter Stefan Vladar zu hören.
Die Umstellung dieser Worte lieferte die Struktur für die Komposition mit einem erfreulichen Ergebnis. Das vielschichtige Werk ist mit einem Bündel an Szenen vergleichbar, enthält dennoch keine Programm-Musik, steckt voll starker Klanglichkeit und ist hohen Qualitätsansprüchen verpflichtet. Es geht dabei weniger um poetische Empfindungen sondern um Geist, die daraus hervorgegangenen Gedanken und deren spielerische Verwandlungen. Das Stück spricht an, wird dem Titel einer Nachtmusik gerecht und fordert die Spielfreude. Besonders der Solo-Cellist hat viel zu tun und damit zu sagen.

Oberösterreichische Nachrichten

 
Dauer: 12'  
 
Uraufführung: 22.10.2003
Ort: Wels - Stadttheater
Interpret(en): Wiener KammerOrchester | Christoph Eberle
Erstaufführungen:
20.09.2011
Vence (FR) - Kathedrale

Wiener Concert-Verein | Thomas Rösner
19.11.2009
Warschau (PL) - Österreichisches Kulturforum

Anna Borowska und Marta Grzebielucha, Violine | Aleksandra Demowska-Madejska, Viola | Anna Markiewicz, Violoncello
24.09.2006
Prag (CZ) - Tschechischer Rundfunk

Musici de Praga
27.04.2006
Mikkeli (FIN) - Mikaeli Konzerthalle

Mikkeli Stadtorchester | Kurt Kopecky
11.09.2005
Luzern (CH) - KKL

Festival Strings Lucerne | Achim Fiedler
 
Auftraggeber: K.O.-L.L. (Kammerorchester Linz Land)
Besetzung:  Vl. I (4), Vl.II (4), Va. (2), Vc. (2), Kb. (1)

Vom 2. Satz des "Quartettsatzes" D 703 existieren 41 Takte von Schuberts Hand – dann bricht die Komposition ab. Die für mich seitens des Auftraggebers vorgegebene sehr heikle Aufgabenstellung der „Fortschreibung“ habe ich versucht, durch eine inhaltliche Klammer mit Hilfe einer außermusikalische Rahmenhandlung zu lösen. Der Text, der entweder von den Ausführenden gesprochen oder im Programmheft abgedruckt werden kann, ist ein dramaturgisches Exzerpt aus Schuberts eigenhändig niedergeschriebenem „Traum“ vom 3. Juli 1822, wobei der Handlungsstrang nicht das vorwiegende Textauswahlkriterium war, sondern mehr der schubertsche Seelenzustand zwischen „traumhaft“ und „traumatisch“ Gegenstand der Betrachtung ist.

Der Titel dieses Werkes ist ein Vers aus Schuberts Gedicht „Die Zeit“ vom Mai 1813 und soll andeuten, dass der Traum zwar „nur ein Hauch“ ist, aber durch das subjektive Empfinden und Erinnern daran zur „realen“ Zeit wird oder zumindest als solche erlebbar gemacht werden kann.

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Gefühlseruptionen
Der 1969 geborene Komponist lässt zuerst die 41 Takte des Andante erklingen und schreibt darauf Schuberts Musik fort - "eine heikle Aufgabe", wie er selber bekennt, aber eine interessante insofern, als Schmidinger Schuberts emotionale Spannweite, wie sie in einer Traumschilderung zum Ausdruck kommt, zum Anlass einer Musik nimmt, die zwischen bohrender Härte und sanfter Liebenswürdigkeit, zwischen Gefühlseruptionen und zartestem Pianissimo pendelt. Die Festival Strings fanden im c-Moll-Satz zum drängenden Rhythmus, aber kaum zu wirklicher Präzision. Die Musik Schmidingers spielten sie mit hoher Präsenz, differenziert und einfühlsam. [...]

Neue Luzerner Zeitung

 
Dauer: 10'  
 
Uraufführung: 09.09.2001
Ort: Linz - Brucknerhaus, Großer Saal
Interpret(en): Bruckner Orchester Linz | Ingo Ingensand
Auftraggeber: Brucknerhaus Linz
Besetzung:  2 . 2 (2. auch Eh.) . 2 (2. auch Es-Kl.) . 2 – 4 . 3 . 3 . 1 – Pk., Perk. (kl. Tr., gr. Tr., 3 Tomt., 3 Wbl., Hgbck, Bck, T.-T., Tri: 2 Spieler) – Vl. I, Vl. II., Va., Vc., Kb.

„Das künstlerische Schaffen, die Vermittlung von Kunst sowie deren Lehre sind frei.“ (Art. 17a STGG)
Der Untertitel „Notizen“ verweist darauf, dass es sich bei diesem ca. 7 Minuten dauernden Werk um keine groß angelegte oder gar vollständige Bearbeitung dieses Themas handelt, sondern um Notizen, Aufzeichnungen dazu.
Schon der Ausgangspunkt, nämlich ein Auftragswerk zu einer Eröffnung mit zu erwartender Anwesenheit politischer Prominenz, kann nicht ohne Folgen bleiben.
Meiner persönlichen Meinung nach ist „Komponist Sein“, verbunden mit öffentlichen Aufführungen, immer und unausweichlich auch eine politische Tätigkeit - und zwar KEINE parteipolitische, sondern im Sinne von durch öffentliche Meinungsäußerung gewollte oder ungewollte Einflussnahme auf Gestaltung und Ordnung des Gemeinwesens.
Entweder stelle ich mich als Komponist dieser speziellen Situation, in der Musik automatisch „funktionalisiert“ wird, oder ich ignoriere sie bewusst und versuche jede politische Interpretierbarkeit und Auslegbarkeit der Musik bzw. des Titels etc. zu vermeiden.
Zur dritten Möglichkeit, der naiven Gedankenlosigkeit aus bloßer Freude über den bezahlten Auftrag, halte ich einen künstlerisch denkenden Menschen und mündigen Staatsbürger für unfähig.
Eine Möglichkeit „politischer Musik“ abseits vordergründig eindeutiger Aussagen durch z.B. einen verbaler Hinweis im vertonten Text liegt in der Form bzw. Struktur der Musik selber bzw. im Spannungsverhältnis der beiden zueinander. Der Komponist schafft durch die schriftliche Fixierung auf mehr oder weniger absolutistische Weise quasi einen eigenen, fiktiven „Staat“, der nach selbst erfundenen Regeln funktioniert: mit Individuen und Massen, einer eigene Verfassung samt dazugehören Schlupflöchern, egal ob dieses Regelwerk jetzt Dur-Moll-Tonalität, Dodekaphonik oder anders heißt.
Das Regelwerk für diese Komposition selbst ist ein ziemlich komplexes Gebilde aus Ge- und Verboten, die fast alle Parameter eines Orchesterwerkes betreffen, die nachzuvollziehen aber für den Hörer aus meiner Sicht von eher untergeordneter Bedeutung ist. Im Zentrum steht immer noch das hörbare musikalische Resultat.

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Dauer: 23'  
 
Uraufführung: 05.03.1998
Ort: Salzburg - Großer Saal des Mozarteums
Interpret(en): Mozarteum Orchester / Hubert Soudant
Erstaufführungen:
06.04.2006
Ort

Moravian Philharmonic Orchestra | Petr Vronsky
 
Besetzung:  2 Fl., 2 Ob.(Englhrn), 2 Kl., 2 Fg. - 2 Hrn., 2 Trp., 2 Pos., 1 Tba - 4 Pkn. , Kl.Tr., 3 Tom-Tom - Vl.I, Vl.II, Va., Vc., Kb.

"Schmidinges Grundidee dabei war, der häufigen kammermusikalischen und solistischen Tätigkeiten vieler Orchestermusiker Rechnung zu tragen, indem diese Fähigkeiten in einem großen Werk zusammengefasst werden.
Auffälligste Kennzeichen der Partitur sind daher die Gegenüberstellung von solistischen Stellen und Tutti-Passagen des Orchesters bzw. einzelner Gruppen, eines klein (mit Ausnahme der Tuba) besetzten Bläserapparates und einer großen Streichergruppe sowie das exponierte Solostreichquartett im ersten Satz. Neben den kunstvollen instrumentalen Kombinationen besitzt die rhythmische Komponente die größte Bedeutung. Das melodische Element steht so gesehen erst an dritter Stelle. Abgesehen von der zeitlichen Symmetrie innerhalb des dreisätzigen, insgesamt rund zwanzigminütigen Werkes, könnte man formal von einer reihenden Form sprechen. Als Art "Rahmenbesetzung" fungiert die Kombination Klarinette - Pedalpauken - Violoncello, die den ersten und zweiten Satz einleitet bzw. den dritten Satz beendet.
Der erste Satz ist in der Folge von einem kompakten Streicher- und Bläsersatz, einem oft chorischen Wechselspiel der einzelnen Gruppen und insbesondere virtuosen Soli geprägt. Es kommt zu stets neuen Verdichtungen und dynamischen Ausbrüchen, die kaum Platz für ruhige Episoden lassen.
Der zweite Satz führt nach dem Spiel der "Rahmenbesetzung" und einer Kombination solistischer Bläserstimmen über Streichorchesterbegleitung zu allmählicher Auflösung der Kammermusik hin zum Tuttispiel.
Das attacca anschließende Finale schließlich läuft ohne Soli ab, bewahrt sich aber trotz dichten Orchestersatzes oft kammermusikalische Transparenz. Nach einer großen Schlußsteigerung sorgt die "Rahmenbesetzung" des Beginns mit einem eintaktigen Nachspiel für einen leisen Ausklang."

Dr. Christian Heindl

Dauer: 12'  
 
Uraufführung: 26.11.1997
Ort: Linz - Brucknerhaus, Stifter-Saal
Interpret(en): Wiener KammerOrchester | Achim Fiedler
Auftraggeber: Wiener KammerOrchester
Besetzung:  Vl.I (6), Vl.II (5), Va. (4), Vc. (3), Kb. (2)

Der Titel "Postdormitium" bezeichnet die Übergangsphase zwischen Schlaf und Wachsein. Die rondoartig wiederkehrenden "Schlafphasen" werden im Verlauf des Stückes immer kürzer und von immer länger und lebhafter werdenden "Träumen bzw. Alpträumen" unterbrochen, bis das Zitat "Wachet auf, ruft uns die Stimme" aus der Kantate Nr. 140 von J.S.Bach das "Erwachen" markiert.
Die "Träume" sind durch eine ausgeprägte rhythmische Struktur gekennzeichnet, während in den "Schlafphasen" der rhythmische Aspekt zugunsten sich stetig ändernder Klangzustände immer wieder in den Hintergrund tritt.

Dauer: 9'  
 
Uraufführung: 11.06.1997
Ort: Brünn (CZ) - Janacek-Theater
Interpret(en): Brünner Philharmoniker | Jirí Belohlávek
Auftraggeber: Oberösterreichischer Brucknerbund Gmunden
Besetzung:  2 . 2 . 2 . 2 – 4 . 2 . 3 . 0 – Pk. – Vl. I, Vl. II, Va., Vc., Kb.

Das Werk "AUSGANGSPUNKTE - Hommage à Johannes Brahms" ist ein Auftragswerk des Brucknerbundes Gmunden für die Brünner Philharmoniker unter Jirí Belohlávek aus Anlaß des 100. Todestages von Johannes Brahms.
Den melodischen Ausgangspunkt bilden die musikalisch verwertbaren Buchstaben von Johannes Brahms (H, A, E, S=ES, B). Aus ihnen werden sowohl das akkordische Material (zum Beispiel zu Beginn des Stückes) als auch die melodischen Linien gebildet.
Den rhythmischen Ausgangspunkt bildet die Jahreszahl 1897 deren Ziffern in rhythmische Impulse umgesetzt werden (zum Beispiel: 8 Schläge der Pauke). Der rhythmische Bogen spannt sich bis zum Schluß, der die Umsetzung der Jahreszahl 1997 (9 Schläge der Pauke) darstellt.

 

Die einleitende Weltpremiere der Komposition mit dem Namen "Ausgangspunkte - Hommage á Johannes Brahms" des jungen österreichischen Komponisten Helmut Schmidinger erfüllte ehrenvoll die Funktion eines Kompliments der Gegenwart für den großen Meister der Romantik.
ROVNOST (Brünn)

 
Dauer: 15'  
 
Uraufführung: 25.08.1996
Ort: Salzburg
Interpret(en): Camporchester der Jeunesse Musicales | Jan C. Schultsz
Auftraggeber: Jeunesse Musicale Österreich
Besetzung:  2 . 2 . 2 . 2 – 4 . 3 . 3. 1 – Pk., Perk. (kl. Tr., Bck: 2 Spieler) – Vl. I, Vl. II, Va., Vc., Kb.